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Blutspendedienst

Blut spenden

Die Geschichte, die Arbeit und die gesellschaftliche Bedeutung der Blutspendegruppe unseres Dorfes

KULTURVEREIN „CHATZIGIORGIS“ — ABTEILUNG BLUTSPENDE

Blut spenden nicht nur die freiwilligen Blutspender

Die Geschichte, die Arbeit und die gesellschaftliche Bedeutung der Blutspendegruppe unseres Dorfes

Es gibt ein Medikament, das keine Fabrik der Welt herstellen kann. Es wird nicht im Labor synthetisiert, nicht importiert, nicht gekauft. Seine einzige Quelle ist der Mensch selbst. Und der einzige Weg, auf dem es entsteht, ist die Entscheidung eines Menschen, es zu geben.

„Blut wird nicht hergestellt. Es wird nicht ersetzt. Es wird nicht gekauft. Es wird nicht verkauft. Es wird nur gegeben.“

Wer Blut spenden kann

Das verbreitetste Missverständnis lautet, Blut werde von „den Blutspendern“ gegeben — einer eigenen Kategorie von Menschen, irgendwelchen anderen. Das stimmt nicht.

Blut spenden alle gesunden Menschen. Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir selbst. Männer und Frauen, einfache Bürger und Honoratioren des Dorfes. Es gibt keine Unterschiede und keine Ausnahmen: Man muss lediglich gesund sein und innerhalb der Altersgrenzen liegen, die der Blutspendedienst festlegt.

Du musst kein Held sein. Gesund sein genügt.

Warum der Bedarf niemals aufhört

Blut lässt sich nicht unbegrenzt lagern. Es hat eine begrenzte Haltbarkeit — nur wenige Wochen bei roten Blutkörperchen und noch weniger bei Blutplättchen. Das bedeutet: Jede Konserve, die heute gespendet wird, deckt nicht das Morgen ab. Der Bedarf ist nicht saisonal, sondern dauerhaft und wiederkehrend.

Blut brauchen die Opfer von Verkehrs- und Arbeitsunfällen. Patientinnen und Patienten vor Operationen. Frauen bei schwierigen Geburten. Krebspatienten während ihrer Behandlung. Und, in unserem Land mit besonderer Dringlichkeit, Menschen mit Mittelmeeranämie (Thalassämie), die lebenslang regelmäßige Transfusionen benötigen.

Für die Spenderin oder den Spender ist die abgegebene Menge innerhalb weniger Tage wieder ersetzt.

Für die Patientin oder den Patienten, die sie empfangen, gibt es womöglich keine zweite Gelegenheit.

Die gesellschaftliche Dimension: warum wir von gelebter Kultur sprechen

Die freiwillige Blutspende gehört zu den wenigen Akten der Solidarität, die vollständig anonym bleiben. Der Spender weiß nicht, wem er hilft. Der Patient erfährt nie, wer ihm geholfen hat. Es gibt kein Dankeschön, keine Gegenleistung, keine Anerkennung. Es gibt nur die Tat.

Genau deshalb ist die Blutspende ein Maßstab für die Reife einer Gesellschaft. Sie zeigt, ob die Menschen einer Gemeinschaft bereit sind, etwas von sich selbst jemandem zu geben, dem sie nie begegnen werden.

Für ein Dorf kommt jedoch eine sehr viel praktischere Dimension hinzu. Wenn das Unvorhergesehene eintritt — ein Unfall, eine Notoperation, eine Komplikation —, muss die Familie plötzlich innerhalb weniger Stunden Blut auftreiben, in einem Moment, in dem sie nicht einmal die Kraft zum Nachdenken hat. Eine organisierte Blutbank bedeutet, dass diese Suche gar nicht erst nötig ist. Das Blut ist bereits da. Es wurde vorher gegeben, von den Nachbarn, für jemanden, von dem sie noch nicht wussten, dass er es brauchen würde.

In unserem Dorf bleibt niemand allein, wenn er in Not ist.

Die Geschichte unserer Gruppe

Der Kulturverein „Chatzigiorgis“, dem die Gesundheit der Dorfbewohner am Herzen liegt, kümmerte sich bereits im ersten Jahr nach seiner Gründung um die Lücken in der medizinischen Versorgung. Er stattete die Landarztpraxis mit Sauerstoff, Sterilisator, Inkubator und EKG-Gerät aus und gründete zugleich eine Blutspendegruppe, die Bewohnern in Not unentgeltlich Blut zur Verfügung stellte.

Ende der 1990er Jahre ruhte die Gruppe, weil die Blutbank nur schwer aufrechtzuerhalten war. Ihre Wiedergründung erfolgte 2002, und sie wurde sogleich aktiv: Nur drei Jahre später, 2005, wurde der Verein vom Allgemeinen Krankenhaus Kavala als beste Blutbank der Präfektur ausgezeichnet — sowohl für die Sammlung als auch für deren Erhalt.

Die Blutbank hielt sogar der zweijährigen Abriegelung von 2007 bis 2008 stand, als in Theologos das Maltafieber (Brucellose) auftrat. Und 2010 verzeichnete sie in den beiden Spendeperioden im Frühjahr und im Herbst einen Rekord an Spendenbereitschaft und gesammelten Konserven und holte die verlorenen Jahre auf.

Seither finden die Blutspenden regelmäßig zweimal im Jahr statt. Heute verfügt die Blutbank des Vereins über einen Bestand von mehr als 250 Konserven — ein Sicherheitsnetz, das Konserve für Konserve entstanden ist, von Menschen aus dem Dorf, für Menschen aus dem Dorf.

250 Konserven. Ein Dorf. Ein Versprechen.

Unsere Leitsätze

„Blut spenden nicht nur die freiwilligen Blutspender. Blut spenden wir alle.“

„Freiwillige Blutspende ist gelebte Kultur.“

„Blut wird nicht hergestellt. Es wird nur gegeben.“

„Du weißt nicht, wen du rettest. Genau deshalb lohnt es sich.“

„Zehn Minuten deiner Zeit. Ein ganzes Leben für einen anderen.“

„Heute gibst du. Morgen brauchst du vielleicht.“

„Spende Blut. Schenke Leben.“

 

Kulturverein „Chatzigiorgis“ — Abteilung Blutspende 

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